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Präventionsmaterialien zum Themenbereich sexualisierte Gewalt - Entwicklung eines dynamischen Bewertungssystems zur Qualitätssicherung

Projektdaten

Laufzeit
Oktober 2015 - September 2018

Projektverantwortliche
Prof. Dr. Sarah Yvonne Brandl, Katholische Hochschule NRW, Münster

Kontakt
y.brandl@katho-nrw.de

 

 

Hintergrund des Projekts

Das Angebot an Kinder- und Jugendbüchern, Arbeitsblättern für den Unterricht und weiteren Materialien für die Präventionsarbeit gegen sexualisierte Gewalt ist vielfältig. Bisher gibt es jedoch im deutschsprachigen Raum kein Bewertungssystem für die Beurteilung der Qualität von Präventionsmaterialien.
Angesichts der Vielfalt an Materialien kann ein Bewertungssystem Fachkräften aus pädagogischen und sozialen Feldern Orientierung bei der Auswahl von Materialien und Planung ihrer konkreten Präventionsarbeit geben.

 

Fragestellung

Was zeichnet gute Präventionsmaterialien aus?

An welchen Qualitätsmaßstäben können sich Pädagog_innen orientieren und welche Materialien eignen sich für welche Zielgruppe?

Was braucht es, um gute Präventionsarbeit zu gewährleisten?

Welchen Einfluss können Materialien auf institutionelle Aspekte von Prävention sexualisierter Gewalt haben?

Über welche Kompetenzen sollte eine pädagogische Fachkraft verfügen, um Präventionsmaterial anzuwenden?

 

Studie

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines dynamischen Bewertungssystems für Präventionsmaterialien, welches eine Qualitätsbewertung bereits existierender Materialien ermöglicht und zugleich auf künftige Präventionsmaterialien angewendet werden kann. Zur Entwicklung eines solchen dynamischen Bewertungssystems werden zwei Diskussionsworkshops mit Expert_innen durchgeführt. Die Expert_innengruppe ist multiprofessionell zusammengesetzt und berücksichtigt sowohl die Sichtweise der Praxis als auch der Wissenschaft.

Im Rahmen des ersten Workshops wurden die aus Expert_innensicht notwendigen Maßstäbe erhoben, diskutiert und strukturiert. Der daraufhin zu entwickelnde Kriterienkatalog bezieht auch zielgruppenspezifische Aspekte berücksichtigen wie z.B. Entwicklungsalter, Beeinträchtigungen, kultur- und geschlechtersensible Aspekte der adressierten Kinder und Jugendlichen mit ein. Die Faktoren „Entwicklungsalter“ und „Diversität“ stellen dabei zwei kontinuierlich zu berücksichtigende Hintergrunddimensionen dar.

Das entwickelte Bewertungsraster bildet die Grundlage für die Bewertung einer Auswahl von Präventionsmaterialien und wird von Expert_innen aus Wissenschaft und Praxis an ausgewählten Materialien, darunter Unterrichtsmaterialien wie auch Kinder- und Jugendliteratur, Filme, Apps, Onlineangebote etc., erprobt.

Daran anschließend erfolgt eine Überarbeitung und Weiterentwicklung des entwickelten Bewertungsrasters. Ergänzend werden im zweiten Workshop Empfehlungen für die Anwendung des Bewertungsinstrumentes diskutier. Das soll dazu beitragen, den selbstreflexiven Umgang sowohl mit dem Instrument als auch mit dem ausgewählten Material als Teil einer Präventionskompetenz zu fördern.

 

Ausgewählte Ergebnisse

Erste praxisrelevante Ergebnisse des Forschungsvorhabens sind nach Auswertung der Expert_innenworkshops zu erwarten. Unter Einbeziehung des Webauftrittes des Fördervereins Kinderschutzportal e. V. (www.kinderschutzportal.de) werden zur Präsentation der Projektergebnisse neue Webseiten entstehen sowie dort integriert, welche eine systematische Sammlung von Präventionsmaterialien, eine Auswahl bewerteter Materialien sowie die entwickelten Kriterien zur eigenständigen Bewertung von Präventionsmaterialien präsentieren.

Die Anwendung des Kriterienrasters erleichtert die Auswahl von Angeboten, die Kinder und Jugendliche in altersentsprechender Form über sexualisierte Gewalt aufklären und trägt zu einer Förderung der Präventionskompetenz der Anwender_innen und zur Qualitätsentwicklung im Kinderschutz bei. Der Nutzen des Bewertungssystems liegt sowohl in der Ergebnis- als auch in der Prozessorientierung, wobei vor allem der dynamische Aspekt des Bewertungsprozesses einen zentralen Bestandteil der Förderung von Präventionskompetenz darstellt.

 

Praxisbezug

Die Anwendung des zu erarbeitenden Kriterienrasters...

  • ... erleichtert Fachkräften aus pädagogischen und psychosozialen Berufsfeldern die Auswahl von Präventionsmaterial zum Themenbereich sexualisierte Gewalt für die primärpräventive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Kindertageseinrichtungen, Schulen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe etc.,
  • ... fördert die Präventionskompetenz der Anwender_innen und
  • ... trägt zur Qualitätsentwicklung im Kinderschutz bei.

 

Darüber hinaus werden die Projektergebnisse in die Aus- und Fortbildung von Pädagoginnen und Pädagogen integriert, indem sowohl die Materialsammlung als auch die Kriterien zur Auswahl von Präventionsmaterialien im Rahmen von Fachtagungen, Fortbildungen und Workshops zur Präventionsarbeit

 

Publikationen

In Vorbereitung:

Brandl, Yvonne; Vogelsang, Verena; Bäumer, Ewa; Schneider, Nadien: Qualität im Dialog - kriterienorientierte Fragen zur Prävention gegen Sexualisierte Gewalt. In: Voß, Heinz-Jürgen et al. Wiesbaden: Springer VS. In Arbeit.

 

Kontakt

Dipl.-Päd.'in Mirja Beck

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Pädagogik
Abteilung Sexualpädagogik mit dem Schwerpunkt Gewaltprävention

Olshausenstr. 75
24118 Kiel
Telefon: 0431/880-1250
E-Mail: beck@paedagogik.uni-kiel.de